Kleines Bijou am See

Sonne auf der Haut, den See im Blick und Zeit, die sich leicht anfühlt – mehr braucht es nicht zum Glück. Mit feinem Gespür hat die Architektin einen Ort geschaffen, an dem man den Alltag hinter sich lässt und Ruhe wie von selbst einkehrt.

Die Fassade mit der bronze­farbenen, gezackten Aluminiumverkleidung sieht charmant aus und bildet zugleich eine ­langlebige Hülle, die Sonne, Wind und Wetter zu jeder Jahreszeit standhält.
Die Fassade mit der bronze­farbenen, gezackten Aluminiumverkleidung sieht charmant aus und bildet zugleich eine ­langlebige Hülle, die Sonne, Wind und Wetter zu jeder Jahreszeit standhält.

Das Wasser plätschert leise gegen die Ufermauer, in der Luft mischt sich der Duft von Oleander mit dem Versprechen des Südens. Der Blick gleitet über das türkisblaue Band des Genfersees bis hin zu den markanten Gipfeln des französischen Chablais-Massivs – ein einzigartiges Panorama. Schon Le Corbusier war von dieser Kulisse fasziniert. 1923 errichtete der weltbekannte Architekt in Corseaux bei Vevey gemeinsam mit Pierre Jeanneret die kleine «Villa Le Lac» für seine Eltern: ein 64 Quadratmeter grosses Manifest des frühen Minimalismus, heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Zwischen Wasser und Bergen 
Am gegenüberliegenden Ufer, nahe der französischen Grenze, liegt das Wochenendhaus der Architektin Sophie Morard. Dort, wo die Berge scheinbar direkt aus dem See wachsen, bleibt nur ein schmaler Streifen Land zwischen Wasser, Strasse und Bahnlinie. Kleine Häuschen reihen sich hier aneinander, dem Rhythmus des Sees folgend. In strengen Wintern machen Lawinengefahr und behördliche Auflagen eine ganzjährige Nutzung unmöglich – für Sophie jedoch kein Nachteil. Ihr Lebensmittelpunkt liegt im rund eine Stunde entfernten Verbier. Von dort aus betreut sie mit ihrem Team die Neugestaltung exklusiver, in die Jahre gekommener Chalets und realisiert Neubauten im Rhonetal.

Raum gewinnen mit Stil 
Der Weg zu ihrem eigenen Rückzugsort begann 1998, als ihr Mann ein kleines Haus am See erwarb. Die Familie nutzte es über Jahre als Freizeitbasis, der Sohn entdeckte den Ort für sich als idealen Ausgangspunkt fürs Wakesurfen. Sophie jedoch erkannte weiteres Potenzial: Auf dem Nachbargrundstück stand ein unscheinbares Häuschen aus den Sechzigerjahren, dem der Verfall anzusehen war. Nach zähen Verhandlungen wechselte es den Besitzer – und Sophie erhielt freie Hand. Der einzige Wunsch ihres Mannes: eine grosszügige Sommerküche. «Damit waren die Rollen klar verteilt», erzählt sie schmunzelnd. «Und heute geniessen unsere Gäste – und ich – seine Kochkunst direkt am See.»

Architektur/Umbau
she Architecture

Fast nahtlos geht der Koch- und Essbereich auf die Terrasse und bis zum See über. Viel Glas, weisse Farbtöne und helles Eichenholz unterstreichen die Transparenz und Leichtigkeit der Räume.
Fast nahtlos geht der Koch- und Essbereich auf die Terrasse und bis zum See über. Viel Glas, weisse Farbtöne und helles Eichenholz unterstreichen die Transparenz und Leichtigkeit der Räume.
Aussergewöhnlich gestaltet ist der fast dreieckige Erker mit dem grossen Fenster. Er dient als Sitzecke und ist zugleich Schlafplatz für Gäste.
Aussergewöhnlich gestaltet ist der fast dreieckige Erker mit dem grossen Fenster. Er dient als Sitzecke und ist zugleich Schlafplatz für Gäste.

Die kompletter Reportage ist in der Ausgabe 3/26 vom Magazin DAS EINFAMILIENHAUS zu lesen.

Text: Gerald Brandstätter, Fotos: Groce & Wir
aus dem Magazin: Das Einfamilienhaus, Zeitschrift Nr. 3/2026

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