Armaturen aus dem Aargau

Ein traditionsreicher Betrieb im Aargau, in dem vor über 150 Jahren Musikspieldosen entstanden, gilt heute als bedeutender Schweizer Premium-Hersteller von Armaturen und Lösungen für Küche, Bad und Gastronomie. Ein Blick hinter die Kulissen der renommierten Schweizer Marke KWC im Aargau.

Urs Tschopp, CEO und Verwaltungsrat bei KWC, über die Firmenphilosophie: «Die Zeitlosigkeit und Langlebigkeit stehen bei uns im Fokus.»
Urs Tschopp, CEO und Verwaltungsrat bei KWC, über die Firmenphilosophie: «Die Zeitlosigkeit und Langlebigkeit stehen bei uns im Fokus.»
Der Edelstahlbrunnen in Form eines rund geschwungenen Wasserhahns vor dem Verwaltungsgebäude ist eine Hommage an den Designklassiker «KWC ZOE».
Der Edelstahlbrunnen in Form eines rund geschwungenen Wasserhahns vor dem Verwaltungsgebäude ist eine Hommage an den Designklassiker «KWC ZOE».
Insgesamt zeichnen sich die KWC-Armaturen durch schlichte Formen und eine hohe Wiedererkennbarkeit aus.
Insgesamt zeichnen sich die KWC-Armaturen durch schlichte Formen und eine hohe Wiedererkennbarkeit aus.

Ein etwa zehn Meter hoher Brunnen aus Edelstahl in Form eines rund geschwungenen Wasserhahns vor dem Administrationsgebäude lenkt alle Blicke auf sich. Gleich mehrere moderne Gebäude bilden einen interessanten Kontrast zu einem historischen Ziegelbauwerk. Wir befinden uns in der KWC-Gasse im beschaulichen Aargauer Ort Unterkulm – dem Firmenstandort des Schweizer Armaturenherstellers KWC.

Wir nähern uns den grossen Buchstaben «Willkommen» auf dem Boden und treten in das Administrationsgebäude ein. «Der Brunnen ist eine Hommage an unsere Linie ‹KWC Zoe›, die zu unseren Designklassikern gehört», erklärt Urs Tschopp, CEO und Verwaltungsrat bei KWC. In einem grosszügigen Showroom bewundern wir die verschiedensten Armaturen für Bad, Küche und Gastronomie in unterschiedlichen Grössen, Formen und Farben. 

Gleich daneben erfahren wir in einem kleinen Museum mehr über die Geschichte von KWC und betrachten einige Modelle aus der Vergangenheit. So lernen wir, dass das Unternehmen 1874 gegründet wurde: Ursprünglich wurden hier Musikspieldosen hergestellt. Teile des früheren Firmenareals sind heute Mietwohnhäuser, während die alte Giesserei aus dem Jahr 1880 mit ihren Grundmauern aus Ziegeln im Originalzustand heute als Schulungszentrum und Eventraum dient. «Als die Musikspieldosen durch Grammophone abgelöst wurden, entwickelte sich der Betrieb aus seiner Tradition der Feinmechanik Schritt für Schritt zum Armaturenhersteller», schildert Tschopp. Fotos veranschaulichen, dass KWC-Produkte schon früh in berühmte Hotels wie das Negresco in Nizza oder das Ritz Carlton in Paris geliefert wurden. 

Harmonie im Umgang mit Wasser 
Heute gehört der Schweizer Traditionsbetrieb, der seit 2024 Teil des italienischen Sanitärspezialisten Paini ist, zu den renommierten Premium-Herstellern von Armaturen für Bad, Küche und Gastronomie und ist in über 35 weiteren Ländern präsent. Im Zentrum steht dabei eine Kombination aus klarer Formensprache und Funktionalität. «Unsere Produkte sollen nicht nur funktionieren, sondern im täglichen Gebrauch den bewussten Moment mit Wasser fördern und dabei über viele Jahre hinweg ästhetisch überzeugen», schildert Tschopp. 

Die im Showroom und Museum präsentierten Kreationen verdeutlichen: Das Design der KWC-Armaturen zeichnet sich durch schlichte Formen und eine hohe Wiedererkennbarkeit aus. «Die Zeitlosigkeit und Langlebigkeit stehen bei uns im Fokus», so der CEO. Dieses Prinzip zieht sich vom Kultmodell KWC «Domo», welches seit 1982 in der sechsten Generation produziert wird, bis hin zu prägenden Designlinien wie «Ono», «Ora» und «Bevo» durch. Ein Prinzip, das auch ergänzende Produkte, wie hochwertige Design-Edelstahlbecken ermöglicht. Die Ersatzteilgarantie von zehn Jahren unterstreicht diesen Ansatz und wird durch persönliche Beratung und Servicedienste, die für die Kunden bereitstehen, untermauert. 

Aufwendige Produktionsprozesse 
Natürlich wollen wir auch einen Blick in die Fabrik werfen. Dazu begleitet uns Julien Schaffter, Schulungsleiter bei KWC, in das einige Meter entfernte Produktionsgebäude. Er führt uns durch die verschiedenen Produktions- und Montagebereiche, beginnend mit der Giesserei. Dort wird Messing bei rund 1 100 Grad eingeschmolzen und in die jeweiligen Formen gegossen. Nach dem Giessprozess werden die Rohlinge entgratet, überschüssiges Material entfernt und die Werkstücke gekühlt. 

In einer weiteren Halle zeigt er uns eine moderne CNC-Anlage, mit der die Rohlinge präzise bearbeitet und je nach Modell gebohrt und gefräst werden. Anschliessend erfolgt eine erste Qualitätskontrolle, bei der unter anderem die Dichtheit geprüft wird. «Als zertifizierter Hersteller ist es uns wichtig, jede Armatur mehrfach in verschiedenen Abschnitten des Produktionsprozesses und einzeln durch geschulte Mitarbeitende zu prüfen», erklärt Schaffter. 

In der Schleiferei und Poliererei werden die Rohlinge zunächst grob geschliffen und anschliessend fein poliert. Das Finish erfolgt mit Schleifbändern aus Baumwolle. «Danach werden sie vernickelt und verchromt oder mit dem PVD-Verfahren beschichtet», erklärt Schaffter. Vor einem riesigen Druckbehälter macht er Halt und erläutert die aktuellste Veredelungstechnologie: In dieser PVD-Anlage erhalten die Oberflächen eine besonders widerstandsfähige und ästhetisch hochwertige Metallbeschichtung. «Hier entstehen unsere Lifestyle-Farben brushed gold, brushed copper, brushed graphite, brushed steel und matt black», sagt er. 

Weiter geht es in die Galvanik, wo die meistverbreitete Veredelungsform vorgenommen wird – die Verchromung. Besonders wichtig ist dabei ein Arbeitsschritt, der von Hand ausgeführt wird: Die Armaturenkörper werden vor dem Beschichtungsprozess sorgfältig abgezapft. «Dieser grosse Mehraufwand ist für die Hygiene und Sicherheit unserer Produkte entscheidend», erklärt Schaffter. «So verhindern wir, dass die Beschichtung in die wasserführenden Innenbereiche gelangt und später mit dem Trinkwasser in Kontakt kommt.» Ein Qualitätsmerkmal, das zertifizierte Hersteller ausmacht. 

Im Montagebereich sehen wir, wie die beschichteten Armaturenkörper zunächst in der Vormontage und anschliessend in der Hauptmontage mit den einzelnen Komponenten zusammengefügt werden. Schritt für Schritt entsteht daraus in feiner Handwerkskunst gepaart mit moderner Technologie die fertige Armatur, welche abschliessend verpackt und für den Versand vorbereitet wird. Insgesamt sind bei KWC in der Schweiz rund 250 Mitarbeitende tätig, darunter auch Lernende, die in verschiedenen Bereichen ausgebildet werden. 

Innovation made in Unterkulm 
Mit diesen Eindrücken begeben wir uns nochmals zurück zum Administrationsgebäude, um uns über die Zukunft des Betriebs zu unterhalten. «Wir gehen mit der Zeit, ohne dabei unsere Grundwerte und Identität zu verlieren, und wollen uns weiterhin auf Produkte rund um den wertvollen Rohstoff Wasser konzentrieren», so Tschopp. »Der Innovationsfokus liegt immer darauf, das Zusammenspiel zwischen Wasser, Mensch und Raum zu perfektionieren. Dabei stellen wir immer die Kundinnen und Kunden mit ihren Wünschen ins Zentrum unserer Überlegungen.» Beim Abschied erinnert uns der Blick auf den grossen Brunnen vor dem Administrationsgebäude nochmals daran, welche zentrale Bedeutung das Element Wasser für KWC hat und wie stark die Prinzipien Langlebigkeit, Qualität und zeitloses Design das Unternehmen prägen.

KWC

Bei dem zertifizierten Hersteller wird jede Armatur in den einzelnen Abschnitten des Produktionsprozesses mehrfach durch geschulte ­Mitarbeitende geprüft.
Bei dem zertifizierten Hersteller wird jede Armatur in den einzelnen Abschnitten des Produktionsprozesses mehrfach durch geschulte ­Mitarbeitende geprüft.
Schritt für Schritt entstehen mit viel Liebe zum Detail die KWC-Armaturen. Sie kombinieren feine Handwerkskunst, hochwertige Materialien und moderne Technologie.
Schritt für Schritt entstehen mit viel Liebe zum Detail die KWC-Armaturen. Sie kombinieren feine Handwerkskunst, hochwertige Materialien und moderne Technologie.

Mehr Inspirationen für Bauen, Wohnen, Haus und Garten gibt es in der Ausgabe 4/26 vom Magazin DAS EINFAMILIENHAUS.

Text: Mathias Steger, Fotos: KWC
aus dem Magazin: Das Einfamilienhaus, Zeitschrift Nr. 4/2026

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