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Eine Küche, die lange gefällt

Die Planung einer Küche ist nicht einfach. Schliesslich soll die Küche viele Jahre lang gefallen. Auf was man bei der Küchenauswahl achten sollte, verrät Marc Herzog. 

Marc Herzog vertritt die vierte und jüngste Generation im über hundertjährigen Familienbetrieb.
Marc Herzog vertritt die vierte und jüngste Generation im über hundertjährigen Familienbetrieb.

Die Küche wird heute vielfach offen geplant. Was sollte man der Gestaltung unbedingt beachten?
Marc Herzog von Herzog Küchen AG: Für die Kommunikation innerhalb einer Familie sind grosse, fliessende Räume von Vorteil. Im Gegensatz zu den geschlossenen Küchen der Nachkriegsjahre können alle problemlos am Familienleben teilnehmen. Einer kocht, einer macht Hausaufgaben, ein anderer liest und doch verbringen alle ihre Zeit gemeinsam. Damit man sich in diesen Lebensräumen wohlfühlt, sollte die Einrichtung aufeinander abgestimmt sein. Boden, Wände und Farben sollten ein harmonisches Ganzes bilden. Für die offene Raumgestaltung ist ein durchgängiges Konzept besonders wichtig.

Wie kann eine Küche den aktuellen Trends entsprechen und trotzdem 15 oder 20 Jahre lang gefallen?
Marc Herzog: Vieles, was als trendig gilt, wird von Kunden un­bewusst wahrgenommen. Zur Zeit werden beispielsweise matte Oberflächen stärker beworben als hochglänzende. Für was sich ein Kunde aber letztendlich entscheidet, unterliegt eher der eigenen Philosophie. Wenn ich einen aktuellen Trend benennen müsste – der allerdings nicht neu ist – dann den, die Gestaltung auf ein Minimum zu reduzieren. Schlichte, eckige, klare Küchen gefallen den meisten Menschen auch über lange Zeiträume hinweg. Dabei muss die Küche nicht zwingend weiss sein. Wenn die Harmonien stimmen, kann man ruhig etwas wagen und spannende Akzente setzen. Ein einzelnes Regal aus Holz beispielsweise, eine andere Farbe für die Kücheninsel oder für ein Abschlusselement – es gibt viele gute Kombinationen. Auch farbige Wände oder kräftige Böden sind denkbar, wenn sie sich für den Raum eignen.

Welche Rolle wird Ihrer Meinung nach die Digitalisierung in der Küche spielen?
Marc Herzog: Es gibt schon interessante Ansätze, aber momentan fehlt einfach noch der effektive Mehrwert für den Kunden. Vernetzte Geräte sind in der höheren Komfortstufe und Preisklasse, doch ihr Nutzen ist begrenzt. Ein Rezept per App abzurufen und den Herd von unterwegs damit zu füttern, ist eine feine Sache und hat Vorteile, aber das Essen kocht sich trotzdem nicht von allein. Eine App für das Licht, eine für das Radio, eine für den Kühlschrank, eine für die Waschmaschine – darauf hat keiner Lust. Ich bin mir sicher, dass sich in Zukunft in Sachen Digitalisierung noch einiges tun wird. Aktuell sind es eher technische Spielereien.

Was empfehlen Sie bei der Auswahl der Geräte? Gibt es ein Gerät, auf das man nicht verzichten sollte?
Marc Herzog: Das ist ganz vom Kochverhalten abhängig. Neh­men Sie beispielsweise die Grösse des Kochfeldes. Die Hausfrau, die täglich für vier oder fünf Familienmitglieder das Essen zubereitet, wird höchstwahrscheinlich ein anderes Modell wählen als der Zweipersonenhaushalt. Dafür geben zwei Backgeräte mehr Freiheit, ob das nun Kombigeräte sind oder einfache Backöfen, spielt dabei eine untergeordnete Rolle und ist wieder vom Kochverhalten abhängig. Ein Kühlschrank kann nicht zu klein sein. Spannend sind die Entwicklungen bei den Abzugshauben. Muldenlüfter, die den Dampf nach unten abziehen, sind für das Gesamtkonzept von Wohnküchen durchaus interessant. Jemand, der jeden Tag für viele Personen kocht, sollte allerdings mehr auf die Leistung setzen. Wichtig ist es, die eigenen Bedürfnisse zu kennen.

Die Herzog Küchen AG ist in der Schweiz an vier Standorten in Unterhörstetten, Schlieren, Rapperswil und Gossau präsent.


Interview: Kirsten Höttermann
aus: Das Einfamilienhaus, Heft 4/2018

Bezugsquelle:
Herzog Küchen AG
8508 Unterhörstetten
Tel. 052 762 65 65
www.herzog-kuechen.ch

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