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Ein Würfel aus Feuer und Stahl

Das Cheminée neu erfinden? Das muss möglich sein, dachte sich Philipp Portmann und entwickelte «Swissfirecube». Neben seiner Design-Feuerstelle verkauft er heute allerlei andere Öfen für den Garten und fürs Einfamilienhaus.

Philipp Portmann hat den Beruf des Ofenbauers von der Pike auf gelernt.
Philipp Portmann hat den Beruf des Ofenbauers von der Pike auf gelernt.

Philipp Portmanns Augen leuchten, und das nicht nur wegen des Feuers, das neben ihm lodert. Der Cheminée-Fachmann kauert am Fuss eines «Swissfirecube», einer seiner Design-Feuerstellen in der Ausstellung der Ganz Baukeramik AG in Embrach. Seit zwei Jahren ist er für die Verkaufsleitung in acht Filialen zuständig. Daneben vertreibt er über Ganz auch die Design-Feuerstelle, die er selber entwickelt hat. Mit dem Mandat bei der Embracher Firma hat sich für Philipp Portmann ein Kreis geschlossen. Bei diesem Unternehmen arbeitete er vor vielen Jahren schon einmal, ganz am Anfang seiner Berufskarriere.

Schlüsselerlebnis im Emmental
Portmann liebt es, ein Feuer zu entzünden, zu grillieren oder einfach nur in die Flammen zu schauen. «Feuer fasziniert und beruhigt mich», sagt er. «Die Wärme und das Knistern des Holzes zaubern eine besondere Stimmung in jeden Raum. Als Genussmensch mag ich dazu auch ein Glas Wein und eine Zigarre.» Mit dem Element Feuer kam der 44-Jährige schon früh in Kontakt, denn er ist im Emmental aufgewachsen, wo in jedem Bauernhaus ein Kachelofen steht. Geprägt hat ihn die Zeit mit seiner Grossmutter, die einen Hof mit Schafen, Hühnern und Hasen besass. Als Kind verbrachte er dort oft seine Ferien. Traumhaft schön fand er es auf dem Hof, auch wenn er sich sein Sackgeld mit dem Ausmisten der Schafställe hart verdienen musste. Auch Holz zu zerkleinern gehörte zu seinen Aufgaben.

Am allerbesten gefiel es ihm auf dem «Ofenbänkli», wo es im Winter immer schön warm war. Entscheidend für seinen späteren Berufsweg war wohl die Begegnung mit dem Kaminfeger, der eines Tages vorbeikam, all die geheimnisvollen Türchen am Ofen öffnete und sich daran zu schaffen machte. Noch spannender wurde es, als der Kaminfeger befand, Grossmutters Kachelofen müsse saniert werden. Philipp Portmann war damals etwa zehn Jahre alt und verfolgte interessiert, wie der Ofen auf den neusten Stand gebracht wurde. Es folgten eine Schnupperlehre bei einem Ofenbauer und dann die Berufslehre als Hafner und Plattenleger.

Unikate aus der Manufaktur
Nach einer Reihe von Weiterbildungen, unter anderem im Verkauf, machte sich Portmann selbstständig. Er übernahm den Import und den Vertrieb eines österreichischen Cheminée-Produkts. Parallel dazu begann er, sein eigenes Design-Cheminée zu entwickeln. Die Absicht war damals noch nicht, ein ganzes Swissfirecube-Sortiment anzubieten. Doch es kam anders. Portmann, dessen Vater als Giesser und Feinmechaniker gearbeitet hatte, entdeckte seine Affinität zu Metall. Auch das Schweissen, Bohren, Schmirgeln und Schleifen bereitete ihm mehr und mehr Freude. Er begann, mit eigenen Formen zu experimentieren und immer mutiger zu gestalten.

Die Würfelform gab dem ersten Prototyp seinen Namen. Heute gibt es den Swissfirecube in zahlreichen Ausführungen als Indoor- und Outdoor-Cheminée. Hergestellt werden die Einzelstücke in einem kleinen Produktionsbetrieb in Oetwil am See, wie Philipp Portmann ausführt. «Jedes Gerät wird in der Manufaktur massgefertigt. Jeder Swissfirecube ist in seiner Art einzigartig; wie ein schöner Anzug, der auf die Person zugeschnitten ist.» Das Cheminée aus Stahl wird aus jeweils einer einzigen Platte hergestellt, so dass der Farbverlauf wirkt wie aus einem Guss. Der Charakter des Rohstahls bleibt erhalten. Nicht nur vom Material, auch vom Design ist Portmann überzeugt: «Die Würfelform ist ein Klassiker, der die Zeit überdauert.» Doch mit dem Aussehen sei es nicht getan, führt der Experte aus; ein Cheminée habe auch praktisch zu sein. «Die Reinigung etwa muss leicht von der Hand gehen.»

Win-Win-Situation
Die Zusammenarbeit mit der Ganz Baukeramik AG bezeichnet der Emmentaler als Win-Win-Situation. Herstellung, Vertrieb und Marketing für ein einzelnes Produkt zu organisieren, sei extrem aufwendig gewesen. Wie aber entgeht er der Versuchung, in Verkaufsgesprächen in erster Linie seinen Swissfirecube anzupreisen? Er halte sich in dieser Hinsicht bewusst zurück, antwortet er. Bei der Firma Ganz stehe traditionsgemäss der Kachelofen im Vordergrund.

Dass Kachelöfen beim 1805 gegründeten Familienunternehmen Tradition haben, sieht man auch in der Ausstellung. Der Swissfirecube ist zwar präsent, nimmt aber nur einen relativ kleinen Teil der Verkaufsfläche ein. «Allein schon mein Berufsstolz verbietet es mir, jemandem einen Kachelofen auszureden», sagt Portmann. Er räumt ein, sein Alltag habe sich schon sehr verändert, seit er das Mandat für die Verkaufsleitung übernommen habe. «Als One-Man-Show hatte ich viele Freiheiten.» Seinen Kolleginnen und Kollegen möchte er vor allem «das Feuer für den Verkauf» weitergeben, erklärt er.

Schon zu Beginn seiner Selbstständigkeit hat Philipp Portmann gelernt, den Arbeitstag zu optimieren und Zeit zu gewinnen, wo es möglich ist. Heute nutzt er Pausen, um Sport zu treiben. Da er in acht Filialen in der ganzen Schweiz tätig ist, verbringt er viel Zeit im Auto. Dort wälzt er Ideen oder telefoniert schon im Morgengrauen mit seinem Produktionschef, um mit ihm Detailfragen zu besprechen. «Der Lead bei der Weiterentwicklung von Swissfirecube liegt noch immer bei mir.» Auch um Spezialanfertigungen kümmert er sich weiterhin persönlich.

Philipp Portmann hat den Beruf des Ofenbauers von der Pike auf gelernt.
Philipp Portmann hat den Beruf des Ofenbauers von der Pike auf gelernt.

Jeden Abend ein Feuer
Multitasking scheint dieser Mann zu beherrschen. «Der Markt ist härter geworden», hält er fest, es sei nicht immer einfach, die Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Die Branche habe wegen des Frankenschocks zu kämpfen gehabt. Mit der gemütlichen Emmentaler Idylle, in der Philipp Portmann aufgewachsen ist, hat sein heutiger Arbeitsalltag nur noch wenig zu tun. Ja, er habe an Tempo zugelegt, stimmt er zu. «Leider hat der Tag nur 24 Stunden.» Sein Dialekt verrät ihn, doch er sagt: «Inzwischen fühle ich mich mehr als Zürcher denn als Berner.» Das Emmental, das sei «eine andere Welt».

Portmann lebt seit vielen Jahren in der Region Zürich, besitzt selber ein Einfamilienhaus und nicht weniger als vier Swissfirecube-Cheminées; zwei Indoor- und zwei Outdoor-Modelle. Wen wundert's, dass er sich bald ein fünftes und ein sechstes Modell anschaffen will. Diese kommen dann aber in die Ferienwohnung in Zermatt. Die besondere Atmosphäre will er auch im Wallis nicht missen: «Bei mir gibt es selten einen Abend, an dem nicht drinnen oder draussen ein Feuer brennt.»

«Jedes Gerät wird in der Manufaktur massgeschneidert angefertigt.»
«Jedes Gerät wird in der Manufaktur massgeschneidert angefertigt.»
«Die Würfelform ist ein Klassiker, der die Zeit überdauert.»
«Die Würfelform ist ein Klassiker, der die Zeit überdauert.»

Text: Rebekka Haefeli, Fotos: Gaëtan Bally
aus: Das Einfamilienhaus, Heft 5/2018

Bezugsquelle:
Swissfirecube
über: Ganz Baukeramik AG
8424 Embrach
www.swissfirecube.ch
www.ganz-baukeramik.ch

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