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Unikate aus Stein

Thomas Frei verkauft Träume aus Naturstein: Waschtische, Badewannen, Küchenabdeckungen, aber auch Wand- und Bodenbeläge. Die Faszination für Steine hat ihm sein Vater vermittelt.

 
 
«In unseren Produkten steckt sehr viel Handarbeit.»zoom
«In unseren Produkten steckt sehr viel Handarbeit.»

«Mein Vater nahm mich schon als Kind gelegentlich mit auf seine Reisen nach Italien. Dort besuchten wir die grossen Lieferanten, die Natursteinblöcke aus aller Welt vertrieben.» Die Leidenschaft von Thomas Frei für Naturstein hat früh begonnen. Neben den Steinen gefielen ihm in Italien auch Land, Leute und die Kultur. Als Kind empfand er diese Reisen mit dem Vater als Abenteuer. «Eigentlich schade», stellt er mit leichtem Bedauern fest, «dass heute so vieles übers Internet abgewickelt wird.» Persönliche Besuche bei Lieferanten in Italien oder in Steinbrüchen in anderen Ländern sind selten geworden.

Ein Produkt mit Charakter
Seine Faszination für die Steine, von denen jeder ein Unikat ist, ist ihm trotzdem nicht abhanden gekommen. Dass er dereinst in die Fussstapfen seines Vaters Max Frei treten würde, war nicht geplant. «Es hat sich einfach so ergeben», sagt er rückblickend. Der Vater gründete die Max Frei AG im Jahr 1981. Er interessierte sich für Architektur und Innenausbau – zwei Bereiche, die sich in den folgenden Jahren stark entwickelten.

Heute beschäftigt die Max Frei AG am Hauptsitz in Widnau/SG in der Fabrikation und im Lager zwischen 18 und 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Spektrum der Berufe reicht vom Lageristen über den Produktionsfräser und den Verleger bis hin zum Steinwerker. Auch Lehrlinge werden regelmässig ausgebildet. «In unseren Produkten steckt sehr viel Handarbeit», betont Frei, während wir durch die Ausstellung in der Bauarena im zürcherischen Volketswil spazieren. Immer wieder bleibt er stehen, berührt ein Lavabo, macht auf die perfekte Verarbeitung aufmerksam.

 
 
«Die Vielfalt und die verschiedenen Charaktere faszinieren mich immer wieder aufs Neue.»zoom
«Die Vielfalt und die verschiedenen Charaktere faszinieren mich immer wieder aufs Neue.»

Thomas Frei ist stolz auf das, was sein Vater und er erreicht haben. Ein Highlight, erzählt er, sei für ihn, wenn er zu Hause in der Ostschweiz durchs Lager schlendere. «Die Vielfalt und die verschiedenen Charaktere der Natursteine faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Keiner ist wie der andere. Die Struktur und der Verlauf der Farben verleihen jedem Stein seine eigene Prägung.»

250 Quadratmeter Ausstellung
Diese Faszination möchte er seinen Kunden weitergeben. Daher lädt er sie auch ein, ihren persönlichen Stein im Lager in Widnau auszuwählen, falls sie dies wünschen. Manche bevorzugen es, die Auswahl bei sich zu Hause zu treffen. Auch dies ist heutzutage unkompliziert möglich: Der Lieferant fotografiert die rohen Steinplatten und schickt die Bilder. Anschliessend wird der Zuschnittplan des bestellten Produkts so auf die Fotos projiziert, dass der Kunde den gewünschten Ausschnitt am Computer selber wählen kann.

Die Ausstellung der Max Frei AG in der Bauarena ver­mittelt einen Eindruck von dem, was alles machbar ist. Sie wurde seit der Eröffnung vor sechs Jahren mehr­mals erweitert. Auf mittlerweile rund 250 Quadratmetern präsentiert das Unternehmen nun einen Querschnitt durch seine Arbeit. Neben den Produkten aus Natursteinen finden sich zahlreiche Musterplatten mit unterschiedlich bearbeiteten Oberflächen. Da lässt sich etwa der Unterschied zwischen einem fein geschliffenen, einem satinierten oder einem geflammt gebürsteten Stein mit den eigenen Fingern ertasten. «Die Haptik ist bei Natursteinen heute ein wichtiges Kriterium», sagt Frei. Die Ausstellung wird ergänzt durch Holz- und Keramikplatten-Muster sowie Armaturen von Partnerfirmen. Zudem finden sich darin besondere Objekte wie eine aus Beton gegossene Küche oder eine Natursteinküche auf Rollen.

«Die Haptik ist bei Natursteinen heute ein wichtiges Auswahlkriterium.»zoom
«Die Haptik ist bei Natursteinen heute ein wichtiges Auswahlkriterium.»
«Wir wünschen uns, dass unsere Ausstellung zur Inspirationsquelle wird.»zoom
«Wir wünschen uns, dass unsere Ausstellung zur Inspirationsquelle wird.»
 

Ein uraltes, bewährtes Material
Alle diese Produkte, erklärt Thomas Frei, seien dazu da, um Ideen zu gene­rieren. «Wir wünschen uns, dass unsere Ausstellung zur Inspirationsquelle wird.» Im Gespräch mit Kundinnen und Kunden, die häufig mit ihren Architekten in die Bauarena kämen, entstünden unkonventionelle Entwürfe. «Mich interessiert die Entwicklung von indivi­duellen Lösungen. Mit Produkten, die nicht 08/15 sind, können wir uns von unseren Mitbewerbern abheben.»

Im Innenausbau habe sich die Firma mittlerweile ein grosses Wissen angeeignet, das über den Neu- und Umbau von Badezimmern oder Küchen hinausgehe, erklärt Frei. Auch Wand- und Bodenbeläge aus Naturstein seien im Trend. «Wir können unseren Kunden ein fertiges, persönlich angepasstes Konzept anbieten. Produziert wird auf Mass.»

Die Branche hat seit den Anfängen der Max Frei AG einen Wandel durchgemacht. Naturstein ist heute, wenn es sich nicht gerade um sehr exklusive Exemplare handelt, auch im Objektbereich erschwinglich geworden. Mittlerweile finden sich auch in Mietwohnungen Küchenabdeckungen aus Naturstein. In den Anfängen, um 1981, wäre das noch undenkbar gewesen. Dabei sei Stein ein uraltes, bewährtes und unvergängliches Material, gibt Thomas Frei zu bedenken. «Schon die Römer verbauten Naturstein in ihren Bädern.»

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«In unseren Produkten steckt sehr viel Handarbeit.»

Spannende Neuentdeckungen
Dass sich Trends im Laufe der Zeit wiederholen, zeigt sich auch bei den Natursteinen. Zurzeit seien beigefarbige Steine wieder sehr angesagt, erzählt Frei. Beige sei schon in den achtziger Jahren beliebt gewesen. Mit Natursteinen werde es nie langweilig. Denn hin und wieder gebe es auch Neuentdeckungen, wenn Geologen einen Stein ausgraben, der bisher noch nie abgebaut wurde. Daneben tauchen mitunter Vorkommen in Steinbrüchen auf, die früher wirtschaftlich genutzt und dann stillgelegt wurden, deren Reserven aber noch nicht vollständig aufgebraucht sind. Auch solche Neu- oder Wiederentdeckungen machen den Geschäftsalltag für Thomas Frei interessant. Ob der 43-jährige Familienvater dereinst in einer seiner Töchter eine Nachfolgerin findet, steht in den Sternen. Bisher sind die beiden Mädchen interessiert an dem Material, auf dem das Geschäft des Vaters und des Grossvaters gründet. Bleibt zu hoffen, dass auch in vielen Jahren noch neue, bisher unentdeckte Natursteine zum Vorschein kommen werden.

 
 

Text: Rebekka Haefeli, Fotos: Gaëtan Bally
aus: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 5/2017

Bezugsquelle:
Max Frei AG
9443 Widnau
Tel. 071 727 08 38
www.maxfrei.ch

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