1

Zum Münzentee nach Marrakesch

Marrakesch, Südfrankreich und die Toskana lieferten Inspirationen für dieses ungewöhnliche farbige Haus im Oberaargau. Ein Malermeister und eine Dekorateurin haben hier mit viel Engagement und Liebe ein eigenes Reich geschaffen.

Die offene Feuerstelle ist das Herz des Hauses.zoom
Die offene Feuerstelle ist das Herz des Hauses.

«Unser Zuhause ist ein Treffpunkt für Bauherren und Architekten, welche sich nicht mit der Standardlösung zufrieden geben wollen.» Das sagt Malermeister Arian Voney im Werbefilm auf youtube. Der Unternehmer, Chef der Firma «Maître de Peintre», empfiehlt sich als «Ansprechpartner für Applikationen im Innen- und Aussenbereich, in der Nasszelle und im historischen Bau». Weil praktische Beispiele mehr sagen als 1000 Worte, hat Voney einen Bauwagen zum mobilen Musterwagen ausgebaut. Darin gibt es Beispiele für seine Arbeit: fugenlose Boden- und Wandbeläge auf Weisszementbasis, als Alternative zu herkömmlichen Belägen.

Seit Voney gebaut hat, ist der Wagen nur noch das zweitbeste Referenzobjekt. Das beste Beispiel für seine Arbeit ist das Haus, das er und seine Frau Yolanda im Frühjahr 2012 bezogen haben. Es ist ein gastliches Haus, in dem man sich als Besucher willkommen fühlt. «Man sitzt zusammen, redet, bleibt länger, als man vorhatte – das hätte ich nie gedacht», erzählt Voney. «Unsere bewohnte Ausstellung wirkt sehr authentisch und inspirierend auf die Kundschaft, die daraus entstehenden Wünsche erfüllen wir gerne.»
In diesem Haus sind nicht nur die Boden- und Wandbeläge speziell. Die ganze Baugeschichte ist aussergewöhnlich. Entworfen hat es die Bauherrin, sie ist Innendekora­teurin. Mit ihrem dreidimensionalen Modell ging Yolanda Voney zum Ingenieurbüro Zaugg und Partner und fragte, ob sich das so machen liesse. Die Ingenieure rechneten und gaben grünes Licht.

Der üppig begrünte Innenhof ist eine kleine Welt für sich.zoom
Der üppig begrünte Innenhof ist eine kleine Welt für sich.
Das fensterlose marrokanische Esszimmer gibt zu reden, es wirkt überraschend behaglich.zoom
Das fensterlose marrokanische Esszimmer gibt zu reden, es wirkt überraschend behaglich.

Auf der Baustelle packten Yolanda und Arian Voney wieder mit an, nicht nur bei Malerarbeiten und Einrichtungsfragen. Selbst bei den Maurerarbeiten, als die grossen Ytong-Blöcke aufeinandergefugt wurden. Als sie auf dem Grundstück jede Menge vierblättrige Kleeblätter entdeckte, steckte die junge Bauherrin diese kurzerhand in ein Couvert und mauerte sie mit ein.
«Wir haben so gebaut wie früher», erzählt Arian Voney. «Den Rohbau hochgezogen, den Innenausbau gemacht, eingezogen und den Innenausbau und die Fassaden nach und nach fertiggestellt.» In Eigenleistung, an den Wochenenden, abends und nachts. Manchmal brannte sehr lange Licht in den neuen Räumen, was die Nachbarn zu wilden Spekulationen veranlasste. «Es war schon keine normale Baustelle.» Als sie dann sahen, dass die jungen Bauherrn bis spät in die Nacht am Bau schufteten, waren allfällige Bedenken ausgeräumt.


 
 

Text: Christine Vollmer, Fotos: Thomas Hämmerli
Die ganze Reportage gibt es in: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 04/2014

  • Jedes Haus ein Unikat ...

    Jedes Haus ein Unikat ...

    ... oder ganz einfach die kreative Umsetzung von Eigenheimträumen in höchster Qualität: Das ist der Maxime der pfiffigen Architektenhäuser von Kobelthaus!