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Schlanke Schichten

Dieses Haus in Rothrist/AG ist lang und schmal und bietet doch viel Raum für eine vierköpfige Familie. Der Bau besteht aus zwei ineinander verflochtenen Kuben, die sich wie Schichten übereinander legen. Er ist geprägt durch Transparenz und verbindende Elemente.

Im Erdgeschoss erlaubt die offene Raumfolge die gewünschte familieninterne Kommunikation.zoom
Im Erdgeschoss erlaubt die offene Raumfolge die gewünschte familieninterne Kommunikation.

Herausforderungen kann man entweder annehmen oder man kann versuchen, sich davor zu drücken. Für den Architekten Rolf Aeschlimann sind sie das Salz in der Suppe. «Beim Bauen sind die Voraussetzungen kaum je zu 100 Prozent ideal», weiss er. «Gerade das fördert die Kreativität und regt dazu an, etwas Spannendes, Neues zu entwickeln.» Bei diesem Einfamilienhaus, das er für Freunde gebaut hat, bestand die grösste Herausforderung in den topographischen Gegebenheiten.

Gepflegter Innenausbau: Eine doppelte Schiebetüre öffnet die begehbare Ankleide.zoom
Gepflegter Innenausbau: Eine doppelte Schiebetüre öffnet die begehbare Ankleide.

Die Bauherrschaft erwarb an einem erhöhten Standort oberhalb von Rothrist/AG zwei kleine, schmale Längsparzellen und konnte diese für ihr Bauvorhaben zusammenschliessen. Die Parzellen liegen an einem Hang und bieten eine phantastische Aussicht auf die Jurakette. Die Aussichtsseite ist noch unverbaut; ansonsten ist das Haus von anderen Einfamilienhäusern umgeben. «Die einmalige Sicht und die Ausrichtung zur untergehenden Sonne prägten die Entwurfsidee massgebend», erläutert der Architekt. «Entstanden ist ein der Parzellenform angepasster Längsbau, der durch seine Transparenz lebt.»

Das Einfamilienhaus mit dem begrünten Flachdach und der sandfarbenen Fassade ist absolut schnörkellos. Seine längliche, schmale Form mit den zwei versetzten, ineinander verflochtenen Kuben passt sich der Hanglage an. Von der Seite wirkt der Bau wie geschichtet. Das Terrain wurde nicht ausgeebnet, das Haus wurde bewusst in den Hang hinein gebaut. Auffallend sind die raumhohen Fensterfronten auf der Aussichtsseite, während die hintere Fassade fast vollständig geschlossen ist. Nur schmale, langgezogene Oblichter, welche die Grundform des Baus aufnehmen, wirken optisch als verbindende Elemente.

Neben der grosszügigen Wohnfläche, die mehr als 200 m2 umfasst, wurden mehrere Aussensitzplätze geschaffen, die im Sommer den Wohnraum erweitern. Dazu trägt im Erdgeschoss auch ein Laubengang bei, der durch die zurückversetzten Fensterfronten gebildet wird. Ein am Boden verlegter Streifen mit Holzrosten und die Beleuchtung von oben verstärken den Eindruck des vergrösserten Wohnraums. Im Obergeschoss zieht sich ein zweiter Laubengang entlang der Fassadenbrüstung bis auf die Sonnenterrasse.

Die gedeckte Terrasse erweitert den Wohnraum nach draussen.zoom
Die gedeckte Terrasse erweitert den Wohnraum nach draussen.

Oben wie unten können bei viel Sonneneinstrahlung die an Drahtseilen befestigten elektrischen Storen entlang dem Laubengang heruntergelassen werden. Da der schwarze Stoff kleine Löcher aufweist, sieht man zwar hinaus, aber nicht in die Wohnräume hinein.

 
 

Text: Rebekka Haefeli Fotos: Thomas Hämmerli
Architektur: Aeschlimann Architektur, 4932 Lotzwil, www.archinovis.ch
Die ganze Reportage lesen Sie in: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 03/2014

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