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Smart Home: Lichte Momente

Das Licht mache ich an oder aus, warum sollte ich mir da eine smarte Steuerung zulegen? So mag manche Bauherrin und mancher Bauherr in der Planungsphase denken. Warum es sich tatsächlich lohnt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Eine gute smarte Beleuchtung im Haus und ums Haus herum sorgt für Sicherheit, auch wenn die Bewohner gar nicht zu Hause sind. Somfy.
Eine gute smarte Beleuchtung im Haus und ums Haus herum sorgt für Sicherheit, auch wenn die Bewohner gar nicht zu Hause sind. Somfy.
Vollbepackt nach Hause – gut, dass die Beleuchtung sich selbstständig einschaltet. Ledvance.
Vollbepackt nach Hause – gut, dass die Beleuchtung sich selbstständig einschaltet. Ledvance.
Über herstellerübergreifende Plattformen lassen sich Lichtsteuerungen in Smart-Home-Systeme integrieren. Busch-Jäger.
Über herstellerübergreifende Plattformen lassen sich Lichtsteuerungen in Smart-Home-Systeme integrieren. Busch-Jäger.
Mit einer individuell zusammengestellten Lichtszene, dazu die Lieblingsmusik, wird das Duschen zum besonderen Erlebnis. Digital Strom.
Mit einer individuell zusammengestellten Lichtszene, dazu die Lieblingsmusik, wird das Duschen zum besonderen Erlebnis. Digital Strom.

Urs K. kommt nach Hause. Er schaltet das Licht im Entrée an, schliesst die Tür und stellt seine Bürotasche ab. Dann geht er in die Küche, schaltet ebenfalls das Licht an und stellt den Sack mit den Einkäufen ab. Anschliessend geht Urs ins Bad, schaltet das Licht an und wäscht sich die Hände. Danach geht er wieder in die Küche, schaltet das Radio an und verstaut die Einkäufe. – Vier Wochen später: Urs K. kommt wieder nach Hause. Er öffnet die Haustür per App. Im gleichen Moment wird die Homecoming-Szene ausgelöst: Die Leuchten in Entrée, Küche und Bad gehen gleichzeitig an, und aus der Küche erschallt bereits Musik von Urs’ Lieblingssender.

Ein komplexes Thema
Möglich macht diese Variante ein Smart-Home-System, das unter anderem auch die komfortable Lichtsteuerung umfasst. Licht ist wesentlicher Sicherheits- und Designfaktor im Wohngebäude. Von daher sollten Lichtkonzepte in den eigenen vier Wänden eine grosse Bedeutung einnehmen. Doch spielen sie während der Hausplanung eine eher stiefmütterliche Rolle. Küche und Bad erhalten wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Lichtplanung – ob smart oder nicht – ist komplex, daher sollten hierfür immer Fachleute zu Rate gezogen werden. Denn neben ästhetischen Gesichtspunkten müssen eine ganze Reihe von funktionellen Anforderungen erfüllt werden. So müssen Anzahl und Anordnung von Lichtauslässen bedacht werden. Ausserdem ist im ganzen Haus auf ausreichende Beleuchtung von sicherheitsrelevanten Zonen zu achten, vor allem bei Treppen.

Anforderungen festlegen
Bei der Beleuchtungsplanung sollte zunächst die Nutzung der jeweiligen Räume berücksichtigt werden. Dementsprechend können dann die exakten Anforderungen an die Beleuchtung bestimmt werden. Das Konzept sollte aber auch spätere Nutzungsänderungen nicht ausschliessen oder erschweren. Ein guter Planer wird der Bauherrschaft zunächst eine Grundbeleuchtung nahelegen, die für eine allgemeine Hintergrundbeleuchtung sorgt und Verkehrssicherheit im Haus herstellt. Hierfür eignet sich sehr gut indirektes Licht. Zur Grundbeleuchtung gesellt sich die tätigkeitsbezogene Beleuchtung, etwa am Schreibtisch oder in der Küche. Schliesslich sollten sich angehende Hausbesitzer auch über eine Akzentbeleuchtung Gedanken machen, etwa um Gemälde, Einrichtungsgegenstände oder architektonische Details in Szene zu setzen.

Intelligente Systeme
Natürlich ist es möglich, alle Lichtarten und Leuchten klassisch über Schalter zu bedienen. Viel komfortabler ist es jedoch, auf intelligente Systeme zurückzugreifen. Das kann etwa ein funkbasiertes Lichtsystem als Insellösung sein. Über eine Schnittstelle (Gateway) wird die Verbindung zwischen Beleuchtung und häuslichem WLAN-Router hergestellt. So ist es möglich, über das Gateway Befehle an die einzelnen Leuchten zu verschicken: Ein- und Ausschalten, Farb- und Helligkeitsauswahl, Abruf programmierter Lichtszenen. Die Steuerung erfolgt über Smartphone, Tablet oder spezielle Schalter. Der grosse Vorteil: Die Leuchten lassen sich einzeln oder in Gruppen programmieren und ansteuern. So hat man mit einem Touch die gewünschte Lichtszene parat, zum Beispiel TV, Lesen oder Musikhören. Auch kann man vor einer längeren Geschäfts- oder Urlaubsreise festlegen, wann welche Lampe oder Lichtszene aktiviert wird, um Anwesenheit vorzutäuschen und so potenzielle Einbrecher abzuschrecken.

Solche funkbasierten Lichtsteuerungen bieten Hersteller wie Signify (Philips Hue), Osram (Lightify) oder Ledvance (Smart+) an. Wer über die Lichtbedienung auf den Geschmack gekommen ist, kann die Beleuchtungssteuerung über verschiedene offene Plattformen später in ein Smart-Home-System integrieren. Natürlich kann man auch von Beginn an eine Hausautomation einplanen, neben der Lichtsteuerung lassen sich dann mit dem smarten System auch die Rollläden, Raffstoren, Überwachungskameras, Heizung oder Lüftung steuern. Aktuell werden auch immer mehr Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Backofen oder Waschmaschine vernetzt (Internet of Things – IoT).

Der Sicherheitsfaktor
Noch raffinierter wird die Lichtsteuerung durch den Einsatz von Präsenz- und Bewegungsmeldern im Innen- und Aussenbereich. Eine so automatisierte Beleuchtung erhöht nicht nur die Sicherheit, weil Unbefugte sich nicht unbemerkt dem Haus nähern können. Es gibt auch Überwachungskameras, die einen Bewegungsmelder und eine Leuchte von vornherein integriert haben und bei Bewegung aktiv werden. Die Melder sorgen auch dafür, dass die Beleuchtung nicht länger eingeschaltet bleibt als unbedingt notwendig. Intelligente Präsenzmelder werden vorwiegend im Innenbereich eingesetzt. Sie schalten die Beleuchtung aus, wenn es zu hell ist oder niemand mehr anwesend ist. Kleine Bewegungen im Raum muss der Melder nicht erkennen. Moderne Präsenzmelder messen ununterbrochen die Helligkeit und schalten die Beleuchtung bei zu wenig Tageslicht ein, bei ausreichendem Licht wieder aus. So lässt sich der Energieverbrauch reduzieren.

Smarte Lichtsteuerung, ob als Insellösung oder als Teil einer Hausautomation, ist nicht nur komfortabel. Sie macht ein Haus auch sicherer und hilft Energie zu sparen. Intelligente Lichttechnik muss man nicht haben, aber wenn man sie hat, will man sie nicht mehr missen. So wie Urs K. Apropos, soeben kommt er wieder nach Hause. Er öffnet die Haustür per App und ruft: «Alexa, mach Licht und die Musik lauter!» Er hat den nächsten Schritt getan und auf Sprachsteuerung umgestellt.

Nutzerfreundliche Bedienoberflächen, zum Beispiel mit Grundrissdarstellung, erleichtern die Lichtsteuerung als Teil des Smart-Home-Systems. Weber Haus.
Nutzerfreundliche Bedienoberflächen, zum Beispiel mit Grundrissdarstellung, erleichtern die Lichtsteuerung als Teil des Smart-Home-Systems. Weber Haus.
Wer eine indirekte Beleuchtung mit einem Sensor koppelt, reduziert die Stolpergefahr bei nächtlichen Gängen zu Toilette oder Kühlschrank und wird nicht geblendet. Lampenwelt.
Wer eine indirekte Beleuchtung mit einem Sensor koppelt, reduziert die Stolpergefahr bei nächtlichen Gängen zu Toilette oder Kühlschrank und wird nicht geblendet. Lampenwelt.

Text: Joachim Hoffmann
aus: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 1/2019

Bezugsquellen:

Busch-Jaeger Elektro GmbH
www.busch-jaeger.ch

DigitalStom AG
www.digitalstrom.ch

Ledvance GmbH
www.ledvance.ch

Somfy AG
www.somfy.ch

Weber Haus
www.weberhaus.ch

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